• Linda Reinholz

Anteil umerzogener Linkshänder größer als bisher angenommen


Umerzogene Linkshänder sind doch gar kein Thema mehr, werden Sie vielleicht denken? Heute wo doch schon in der Früherziehung mehr denn je auf die Händigkeit geachtet und diese auch noch gefördert wird. Zweifellos ist das ein großer Fortschritt, denn noch vor einigen Jahren, ich erinnere mich an meine eigenen Kindertage zurück, da war es gang und gäbe mit der rechten Hand zu schreiben, ein Linkshänder war damals noch die absolute Ausnahme. Bis zum Jahr 2003 lag der Linkshänder Anteil geschätzt bei 8 - 12 %. Doch nun gibt es neue Erkenntnisse über die wirkliche Zahl der Linkshänder. Im Rahmen einer über 40-jährigen ärztlichen Forschungsarbeit an über 25.000 Personen in Europa, liegt der Linkshänderanteil, gemessen an der Gesamtbevölkerung, tatsächlich bei rund 50%! (Hanns von Rolbeck www.linkshandforschung.de)

Das wirft doch einige Fragen auf.

Was bedeutet das für die Betroffenen?

In einer Welt, die hauptsächlich für Rechtshänder ausgelegt ist, leben also doch recht viele Menschen, bisher immer noch unerkannt, als "umerzogene" Linkshänder.

Die bewusste und auch unbewusste Umschulung der eigentlich dominanten (linken) Hand auf die rechte kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, welche die Betroffenen niemals mit Ihrer ungelebten Linkshändigkeit in Verbindung bringen würden.

Dazu ein kurzer Einblick in das menschliche Gehirn..

Die Händigkeit ist abhängig von der dominanten Gehirnhälfte. Bei Linkshändern ist das die rechte Gehirnhälfte und bei Rechtshändern die linke. Physiologisch liegt dies in der Überkreuzung der Nervenbahnen im Rückenmark begründet. Beidhänder gibt es nicht, da immer eine Gehirnhälfte und damit auch eine Hand die dominante ist.

Wird nun häufiger die rechte Hand genutzt, obwohl eigentlich eine angeborene Linkshändigkeit besteht, kommt es infolge dessen zur Aktivierung völlig anderer Hirnbereiche, während die eigentlich dafür zuständigen Areale verkümmern. Zudem wird die Kommunikation beider Hirnhälften gestört. (Die Übertragung der Nervenreize findet im Corpus Callosum, einer Art Brücke, statt.) Das Gehirn funktioniert aber nur gut, wenn beide Hemisphären miteinander kommunizieren. Einer Umschulung der Händigkeit wird nicht ohne Grund nachgesagt, dass es den größten unblutigen Eingriff ins Gehirn darstellt.

Anspruchsvolle Tätigkeiten, welche die Feinmotorik fordern, wie Schreiben oder filigrane Arbeiten können beim dauerhaften Ausführen mit der nicht dominanten Hand zu massiven Konzentrationsproblemen, Erschöpfung, Auffälligkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, Schizophrenie, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS), Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) oder Sprachproblemen führen.

Die Händigkeit eines Menschen ist, entgegen mancher Annahmen, immer angeboren. Bereits während der Entwicklung im Mutterleib lassen sich links- und rechtsnuckelnde Föten beobachten. Nach einer Studie der Queens University in Irland wurden alle rechts nuckelnden Babys später auch Rechtshänder, wohin gegen nur 2/3 der Babys, welche mit links nuckelten später auch tatsächlich Linkshänder wurden.

Automatismen die zur Umerziehung führen

Umerzogen muss nicht gleich bedeutend sein, mit einem Aufzwingen der Rechtshändigkeit von Eltern oder Erziehern, so wie das vielleicht früher war, als sogar Hände eingegipst wurden, damit die Kinder die "gute" Hand nehmen. Kinder schauen sich bekanntlich auch vieles einfach ab und passen sich damit an. So können sich die ganz Kleinen schon, das Halten eines Stiftes mit der rechten Hand von der Mutter oder den Geschwistern abschauen, und haben sie sich dann erst einmal daran gewöhnt besteht fast kein Zweifel mehr an der Händigkeit.

Auch beim Decken des Tisches sollte man zumindest bei kleinen Kindern darauf achten, dass sie in ihrer Wahl mit welcher Hand sie das Besteck nehmen, nicht sonderlich beeinflusst werden.


Trotz einer möglichen Umschulung wird es jedoch häufig auch später noch Anzeichen der angeborenen Händigkeit geben. Es wird dann zumeist mit der eigentlich dominanten linken Hand auf einfache alltägliche Tätigkeiten, wie dem Zähneputzen, Geschirr abspülen oder Türen aufschließen, etc. ausgewichen. Handlungen jedenfalls, die weniger wichtig und nicht so gesellschaftskonform sind.

Eltern, die sich über die Händigkeit ihres Kindes nicht ganz sicher sind, sollten noch vor der Einschulung eine Beratungsstelle für Linkshänder aufsuchen.

Chronische Beschwerden

Eine nicht gelebte angeborene Linkshändigkeit kann zu chronischen Erkrankungen führen. Nicht nur Probleme durch eine grundlegende Fehlhaltung und falsche Bewegungsmuster können hieraus resultieren, auch die kognitiven Fähigkeiten können beeinträchtigt werden, Depressionen, Psychosen, Minderwertigkeitsgefühle und Sprachprobleme entstehen. Die Unfallgefahr ist ebenfalls stark erhöht. So machten Befragungen an umerzogenen Linkshändern deutlich, dass es im Leben der Betroffenen oftmals zu Verletzungen und Knochenbrüchen der rechten Seite kam.

"Neu entwickelte Untersuchungsmethoden auf den verschiedensten Fachgebieten zeigen immer mehr die möglichen beträchtlichen Auswirkungen der nicht gelebten Linkshändigkeit auf den menschlichen Stoffwechsel, das Hormonsystem, unsere Organe und unsere Psyche auf. Wie stark die Auswirkungen der nicht gelebten Linkshändigkeit bei der betroffenen Person zum Tragen kommen, wird auch durch seine genetische Veranlagung, mit Dauerbelastung und Stress umgehen zu können, beeinflusst. Insgesamt müssen wir davon ausgehen, dass die Erforschung der wirklichen Gesamtheit der Folgen der nicht gelebten Linkshändigkeit noch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird, da die klinische und universitäre Forschung leider Jahrzehnte hinter der Notwendigkeit, hier Klarheit zu schaffen, hinterherhinkt." (Hanns von Rolbeck)

Rückschulung bei Kindern und Erwachsenen

Wird der Leidensdruck zu hoch, kann die Möglichkeit einer Rückschulung in Erwägung gezogen werden. Da dies aber immer mit Risiken verbunden ist, sollte eine Rückschulung immer mit einer fachkundigen Begleitung erfolgen.

In meiner Praxis ist ein einfacher Test, der eine angeborene Linkshändigkeit anzeigen kann, fester Bestandteil der Anamneseerhebung. Sollte sich daraus der Verdacht einer umgeschulten Linkshändigkeit ergeben, verweise ich meine Patienten bei Bedarf an die entsprechende Fachstelle in Chemnitz weiter.

Quellen:

Mit freundlicher Genehmigung von Hanns von Rolbeck www.linkshandforschung.de

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