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Schlafstörungen & Naturheilkunde in Chemnitz: Besser schlafen mit Mikronährstoffen

  • Autorenbild: Linda Reinholz
    Linda Reinholz
  • 19. Nov.
  • 5 Min. Lesezeit

Warum Schlafstörungen so anstrengend sind und wie Naturheilkunde entlasten kann


Blick von einem Steg auf einen See bei Dämmerung, mit ruhenden Füßen und einer Laterne – Symbol für Entspannung und Abendruhe

Viele Menschen kennen das: Abends stellt sich Müdigkeit ein, doch sobald das Licht aus ist, wird der Kopf wach. Gedanken kreisen, der Körper findet nicht zur Ruhe. Andere schlafen ein, wachen aber mehrmals in der Nacht auf und fühlen sich am Morgen erschöpft, obwohl sie lange im Bett gelegen haben.


Solche Schlafstörungen machen den Alltag auf Dauer schwer.


Frau schläft entspannt

Schlaf ist mehr als eine Pause. In der Nacht sortiert und regeneriert der Organismus, das Nervensystem kommt zur Ruhe, Erlebnisse werden verarbeitet. Wenn dieser Rhythmus über längere Zeit gestört ist, wirkt sich das auf Stimmung, Konzentration und oft auch auf die körperliche Stabilität aus.

Kurz schlechter zu schlafen, ist normal. Ein genauerer Blick lohnt sich, wenn Schlafprobleme über Wochen oder Monate bleiben und den Alltag deutlich beeinträchtigen.


Schlafstörungen: Wenn der Schlaf aus dem Rhythmus gerät


Aus naturheilkundlicher Sicht greifen mehrere Ebenen ineinander, wenn Schlafstörungen auftreten. Häufig steht anhaltender Stress im Vordergrund. Wenn Tage voll sind, Pausen fehlen und Anforderungen lange nachwirken, bleibt das Nervensystem auch abends in Alarmbereitschaft. Sobald Ruhe einkehrt, meldet sich, was tagsüber keinen Platz hatte.


Die Verdauung kann den Schlaf ebenfalls beeinflussen. Ein empfindlicher Darm, Reflux, Blähungen oder späte schwere Mahlzeiten halten den Körper innerlich beschäftigt, wenn er eigentlich in tiefere Schlafphasen finden sollte. Hormonelle Veränderungen, etwa in den Wechseljahren oder bei Schilddrüsenthemen, können den Tag-Nacht-Rhythmus zusätzlich durcheinanderbringen. Das alles kann zu Ein- und Durchschlafstörungen führen.


Bei stark ausgeprägten oder langanhaltenden Schlafstörungen, vor allem in Verbindung mit ausgeprägter Erschöpfung, depressiver Stimmung, Herzrasen oder Atemaussetzern, gehört eine ärztliche Abklärung unbedingt dazu. Naturheilkundliche Verfahren können dann begleitend eingesetzt werden, ersetzen diese Abklärung aber nicht.


Kräutertee als naturheilkundliche Unterstützung bei Schlafstörungen

Schlafprobleme im Alltag: Was unseren Schlaf heute stört


Unser heutiger Alltag unterscheidet sich deutlich von früher. Künstliches Licht, lange Bildschirmzeiten, Schichtarbeit, ständige Erreichbarkeit und ein dicht getakteter Tagesablauf verschieben den natürlichen Rhythmus.


Kaffee und andere anregende Getränke bis in den Nachmittag, spätes Essen, Alkohol als vermeintliche Einschlafhilfe und ein Schlafzimmer, das gleichzeitig als Büro dient, tragen ihren Teil dazu bei, dass der Organismus nicht wirklich zur Ruhe kommt, auch wenn er müde ist. Viele der heutigen Schlafprobleme entstehen aus dieser Kombination aus Reizüberflutung, unregelmäßigen Zeiten und fehlenden Ruheinseln.


Magnesium, Zink und Proteine: Mikronährstoffe als Basis für guten Schlaf


Neben Stress, Hormonen und Gewohnheiten spielt die Basisversorgung des Körpers eine wichtige Rolle. Gut aufgefüllte Mikronährstoffdepots sind Voraussetzungen dafür, dass die Botenstoffe und Hormone rund um Schlaf und Entspannung überhaupt gebildet werden können.


Magnesium ist an vielen Prozessen der Nerven- und Muskelfunktion beteiligt. Beobachtungsstudien finden Zusammenhänge zwischen Magnesiumstatus und Schlafqualität, einzelne klinische Studien berichten von Verbesserungen subjektiver Schlafqualität durch Magnesiumgabe, während andere eher zurückhaltende Ergebnisse zeigen.¹


gesunde Lebensmittel mit Magnesium, Zink und Eiweiß für besseren Schlaf

Zink ist an Enzymsystemen, Immunsystem und Stoffwechsel beteiligt. Systematische Übersichten und Auswertungen großer Datensätze deuten darauf hin, dass Zinkstatus und Zinksupplementierung mit der Qualität und Dauer des Schlafs in Verbindung stehen können, die Datenlage ist jedoch nicht einheitlich und weitere Forschung nötig.²


Auch die Eiweißversorgung spielt mit hinein. Aus Proteinen gewinnt der Körper Aminosäuren wie Tryptophan, aus denen wiederum Serotonin und Melatonin gebildet werden. Übersichtsarbeiten und Studien weisen darauf hin, dass eine ausgewogene Proteinzufuhr und tryptophanreiche Lebensmittel mit günstigeren Schlafparametern verknüpft sein können, auch wenn nicht jede Studie zu denselben Ergebnissen kommt.³


Ganzheitlich schauen wir auf Ernährung, Proteinzufuhr und Mikronährstoffe, bevor oder parallel zu anderen Maßnahmen.

Was genau sinnvoll ist, gehört in eine individuelle Beratung, besonders wenn bereits Medikamente eingenommen werden.


Wie Menschen früher schliefen: segmentierter Schlaf statt „Durchschlafen“


Unsere heutige Vorstellung, man müsse idealerweise acht Stunden am Stück durchschlafen, ist historisch betrachtet relativ jung. Historische Quellen aus Europa vor der Industrialisierung beschreiben häufig einen sogenannten ersten und zweiten Schlaf. Menschen gingen mit Einbruch der Dunkelheit oft früh schlafen, hatten einen ersten Schlaf, wachten irgendwann um oder nach Mitternacht auf, waren ein bis zwei Stunden wach, verrichteten kleine Arbeiten, beteten, gingen nach draußen oder unterhielten sich und legten sich danach noch einmal hin.⁴


Der Historiker Roger Ekirch hat zahlreiche Hinweise auf dieses Muster in Tagebüchern, Gerichtsdokumenten, medizinischen Texten und Literatur gesammelt. In modernen Experimenten mit stark reduzierter künstlicher Beleuchtung zeigten sich ähnliche segmentierte Schlafmuster.⁴

Neuere Arbeiten diskutieren und differenzieren diese These, bestätigen aber, dass unter bestimmten Bedingungen ein geteilter Nachtschlaf ein durchaus natürliches Muster sein kann.⁵


Das heutige Ideal eines völlig durchgängigen Schlafes ohne jede Wachphase ist also nicht die einzig „natürliche“ Form des Schlafs, sondern ein Bild, das stark durch elektrisches Licht, Arbeitszeiten und gesellschaftliche Erwartungen geprägt ist. Kleine Wachphasen in der Nacht sind damit nicht automatisch krankhaft, solange der Mensch sich insgesamt erholt fühlt.


Wer sich dafür interessiert, wie Träume und inneres Erleben in der Nacht naturheilkundlich begleitet werden können, findet mehr dazu in meinem Beitrag über Träume und Homöopathie.


Buch und Kopfhörer auf einer warmen Decke. Ein ruhiges Abendritual als Symbol für Entspannung und Schlafhygiene.

Natürliche Hilfe bei Schlafstörungen: Naturheilkunde und Schlafhygiene


Naturheilkundliche Ansätze versuchen, diese Ebenen zusammenzuführen. Beruhigende Pflanzen wie Baldrian, Passionsblume, Melisse, Hopfen oder Lavendel werden traditionell bei innerer Unruhe und Einschlafproblemen eingesetzt. Ob Tee, Tropfen, Tabletten oder Badezusatz sinnvoll sind, hängt von Konstitution, Beschwerden und eventuellen Medikamenten ab und sollte individuell entschieden werden.


„Magnesium bei Schlafstörungen“ ist ein häufiges Thema, gehört aber, wie andere Mikronährstoffe auch, gut eingeordnet und nicht unreflektiert „on top“ genommen.


Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie gut es gelingt, abends innerlich herunterzufahren. Ein einfacher Einstieg sind wenige Minuten ruhiger, bewusster Atmung als fester Bestandteil des Abendrituals. Manche Menschen profitieren von sanften Dehnungen, andere von einem kurzen Spaziergang, einem Tagebuch oder stiller Zeit ohne Bildschirm.


Ergänzend können kleine Veränderungen der Schlafhygiene viel bewirken: möglichst regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten, eine Pause von Bildschirmen vor dem Zubettgehen, leichtere Abendmahlzeiten, ein eher kühler, ruhiger Schlafraum und ein kritischer Blick auf Koffein und Alkohol. Das sind unspektakuläre, aber oft sehr wirksame Schritte, um „besser schlafen durch Naturheilkunde und Lebensstil“ überhaupt möglich zu machen.


Schlafstörungen sind ein vielschichtiges Thema. Stress, Verdauung, Hormonsystem, Nährstoffversorgung, Lebensstil und unsere Vorstellungen davon, wie Schlaf „sein muss“, greifen ineinander. Naturheilkundliche Verfahren können helfen, den Körper wieder an seinen eigenen Rhythmus zu erinnern und die Voraussetzungen für erholsameren Schlaf zu verbessern.


Lichtstrahlen im Wald auf einem ruhigen Weg. Symbol für natürliche Rhythmen und innere Ruhe.

Wachphasen in der Nacht müssen nicht automatisch bedenklich sein, entscheidend ist, wie du dich insgesamt am Tag fühlst und ob dein Organismus ausreichend Raum zur Regeneration findet.


Wer sich noch tiefer mit natürlichem Schlaf und alten Schlafrhythmen beschäftigen möchte, findet im Buch „Der Naturschlaf als Kraft- und Heilquelle“ von Theodor Stöckmann eine wertvolle Ergänzung. Es zeigt, wie natürliche Abläufe rund um Schlaf und Ruhe unterstützt werden können, mit Fokus auf Regeneration und Bewusstwerden.


Quellen

¹ Arab A et al. The Role of Magnesium in Sleep Health: a Systematic Review of Available Literature. Biol Trace Elem Res, 201(1), 121–128, 2023. Artikel auf Springer


Abbasi B et al. The Effect of Magnesium Supplementation on Primary Insomnia in Elderly: A Double-Blind Placebo-Controlled Clinical Trial. J Res Med Sci, 2012. Volltext (PMC)


Breus MJ et al. Effectiveness of Magnesium Supplementation on Sleep Quality and Mood for Adults with Poor Sleep Quality: A Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Crossover Pilot Trial. Medical Research Archives, 2024. Artikel online


² Jazinaki MS et al. Effects of Zinc Supplementation on Sleep Quality in Humans: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Health Science Reports, 2024. Volltext bei Wiley


Deng MG et al. Associations of Serum Zinc, Copper, and Selenium with Sleep Disorders in the American Adults: Data from NHANES 2011–2016. J Affect Disord, 2023. Artikel auf PubMed


Hajianfar H et al. The Association Between Dietary Zinc Intake and Health Status, Including Mental Health and Sleep Quality, Among Iranian Female Students. Biol Trace Elem Res, 2021. Artikel auf PubMed


³ Zuraikat FM et al. Sleep and Diet: Mounting Evidence of a Cyclical Relationship. Curr Nutr Rep, 2021. Volltext (PMC)


Sutanto CN et al. Association Between Dietary Protein Intake and Sleep Quality in Middle-Aged and Older Adults. Front Nutr, 2022. Volltext bei Frontiers


Saidi O et al. Randomized Double-Blind Controlled Trial on the Effect of Proteins with Different Tryptophan/Large Neutral Amino Acid Ratios on Sleep in Adolescents (The PROTMORPHEUS Study). Nutrients, 2020. Volltext (PMC)


⁴ Ekirch AR. Segmented Sleep. Harper’s Magazine, 2013.Artikel bei Harper’s

Roger Ekirch – Segmented Sleep in Preindustrial Societies. Überblick & Quellen. Übersichtsseite


Polyphasic sleep – Abschnitt „First sleep and second sleep“. Wikipedia-Eintrag

⁵ Boyce N. Have We Lost Sleep? A Reconsideration of Segmented Sleep in Early Modern England. Med Hist, 67(2), 91–108, 2023. Volltext (PMC)


 
 
 

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